September: Heidelbeere
(Wald-)Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus), auch bekannt als Blau-, Wald-, oder Bickbeeren, gehören zu den Wildfrüchten. Die kleinen blauen Früchte wachsen an Zwergsträuchern, welche unter anderem in den Kiefern- und Fichtenwäldern sowie Moorgebieten Nordeuropas und Asiens verbreitet sind. Die Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum) ist durch eine Kreuzung aus mehreren nordamerikanischen Arten entstanden und nah mit der Heidelbeere verwandt. Sie ist ausdauernder und die Beeren der Kulturheidelbeere sind etwa doppelt so groß wie die der Waldheidelbeeren. Wild wachsende Heidelbeeren sind allerdings geschmacksintensiver sowie vitamin- und mineralstoffreicher als die kultivierten Heidelbeersorten.
Herkunft
Die Heidelbeere findet ihren Ursprung in Eurasien und wurde zu Beginn des 11. Jahrhunderts als wild wachsende Heilpflanze verwendet. Begriff Heidelbeere leitet sich aus dem Althochdeutschen „Heitperi“ ab, also eine auf der Heide wachsende Beere.
Heute werden Heidelbeersträucher vor allem auf großflächigen Gebieten in Asien, den Balkanländern, Frankreich und Nordamerika angebaut.
Gesundheitliche Aspekte
Der Heidelbeere werden viele positive Wirkungen zugesagt. So wirkt der hohe Gehalt an phenolischen Substanzen wie Flavonoiden, Anthocyanen und Procyanidinen nachweislich antioxidativ und antiviral. Die Anthocyane, welche auch für die intensive blaue Farbe verantwortlich sind, vermindern die Durchlässigkeit und Brüchigkeit von Blutkapillaren, also feinen Blutgefäßen. Daher können Blaubeeren einen positiven Effekt auf die Blutgefäße haben.
Heidelbeeren haben zudem eine antibakterielle Wirkung bei Harnwegsinfektionen und sollen mit ihrer zusätzlichen harntreibenden Wirkung auch einen positiven Effekt gegen Harnblasenkrebs hervorrufen.
In getrockneter Form sollen die Beeren durch ihren hohen Gerbstoffgehalt außerdem bei Durchfallerkrankungen sowie Entzündungen im Mund- und Rachenraum unterstützen.
Neben einigen wertvollen Vitaminen ist die Heidelbeere eine sehr ballaststoffreiche Frucht und unterstützt mit 4,9 g Ballaststoffen pro 100 g die Verdauung.
Heidelbeerpräparate werden auch bei Netzhauterkrankungen eingesetzt und sollen als Extrakt sogar Autofahrern bei Nacht gegen Licht-/ Blendenempfindlichkeit helfen.
Haltbarmachung
Heidelbeeren gehören zu den klimakterischen Früchten und reifen nach der Ernte nach. Daher sollten sie im reifen Zustand kühl gelagert werden. So halten sie sich etwa 5-7 Tage im Kühlschrank frisch. Alternativ eignen sie sich gut zum Einfrieren und können bis zu ein Jahr bei – 18 °C im Gefrierschrank gelagert werden.
Durch ihre besonders luftabsperrende Außenhaut kann der Vitamingehalt bis zu drei Tage nach der Ernte konstant enthalten bleiben.
Die Heidelbeere in Zahlen
• 2022 wurden rund 15 369 Tonnen Kulturheidelbeeren geerntet. Damit war die Heidelbeere das am meisten geerntete Strauchbeerenobst in Deutschland.
Funfact
Die blaue Moorbeere (Vaccinium uliginosum) findet man auf Moor-/Torfböden oder in feuchten Wäldern. Sie ist leicht mit der Heidelbeere verwechselbar, aber kann durch ihr weißes Fruchtfleisch unterschieden werden. Beim Verzehr von größeren Mengen der Beere kann es zu Rausch- und Vergiftungserscheinungen wie Schwindel oder Lähmungserscheinungen kommen. Diese sind vermutlich auf die Toxine eines oft in der Beere lebenden Pilzes zurückzuführen. Die Moor-Heidelbeere wird daher auch als Rauschbeere bezeichnet.
Saison
Juni bis Oktober
Hauptsaison: Juli und August
Lagerung
kühl (im Kühlschrank)
5-7 Tage haltbar
Nährwerte pro 100 g
Energie: 46 kcal / 191 kJ
Proteine: 1 g
Kohlenhydrate: 6 g,
davon 6 g Zucker
Fett: 1 g
Nennenswerte Vitamine:
Vitamin C: 20 mg
Vitamin E: 2,1 mg
Folat: 10 μg
Nennenswerte Mineralstoffe:
Eisen: 0,7 mg