August: Tomate

Liebesapfel, Paradiesapfel, Paradeiser oder Goldapfel sind andere Bezeichnungen für die Tomate (Lycopersicon esculentum). Das Nachtschattengewächs (Solanaceae) ist in diversen Formen (rundlich, eiförmig, birnenförmig, …), Farben (rot, orange, gelb, schwarz, …) und Größen erhältlich und zählt zu den beliebtesten Gemüsearten unserer Zeit. Die Fruchtknoten der einjährigen Pflanze entwickeln sich zu festen, fleischigen Früchten, die sich im Laufe der Reifung meist von grün nach rot verfärben. Die Tomate ist nicht frostbeständig und bekommt bereits bei Kühlschranktemperaturen Kälteschäden (Siehe Abschnitt Haltbarmachung). Auch ist die Pflanze anfällig für Wind und Starkregen. Deshalb werden Tomaten überwiegend im Treibhaus angebaut.

An dem Geschmack einer Tomate sind über 400 aromarelevante Stoffe beteiligt (ätherische Öle, organische Säuren, etc.). Tomaten schmecken mild-würzig, frisch-fruchtig und intensiv tomatig und weisen dabei einen herb-würzigen Duft auf.

Weltweit gibt es an die 3000 Sorten, die u.a. zu den „normalen“ runden Tomaten/ „Kugeltomaten“, den Kirschtomaten, Fleischtomaten oder auch Strauchtomaten gehören.

Herkunft

Tomaten stammen ursprünglich, ähnlich wie die Kartoffeln, aus Süd- und Mittelamerika und wurden von den Spaniern Ende des 15. Jahrhunderts nach Europa gebracht. Die „tomatl“, wie die Azteken diese Frucht nannten, wurde in Europa zunächst bis ins 19. Jahrhundert hinein als Zierpflanze gehalten, ehe sie in Italien ab ca. 1820 als Gemüse angebaut wurde. Der systematische Anbau hierzulande startete erst um die Jahrhundertwende 18./ 19. Jahrhundert. Aufgrund der Zugehörigkeit zu den Nachtschattengewächsen galt die Tomate lange noch als giftig. Dieser Irrglaube hielt in den Köpfen der Menschen noch bis nach dem 1. Weltkrieg an. Erst nach dem Krieg entwickelte sich die Tomate zur mittlerweile bedeutendsten Salat- und Gemüsepflanze.

Da der deutsche Anbau den hiesigen Bedarf an Tomaten bei weitem nicht decken kann, wird viel importiert. Ein Großteil der Tomatenimporte erfolgt durch die Niederlande und Spanien (Kanaren). Der Bedarf in den Wintermonaten wird überwiegend durch Spanien, Italien, Marokko und Israel gedeckt.

Gesundheitliche Aspekte

Tomaten regen die Tätigkeit des Magens, der Bauchspeicheldrüse und der Leber an und deren regelmäßiger Konsum stärkt das Immunsystem. 100 g Tomaten decken den Vitamin C Bedarf eines Erwachsenen bereits zu einem Fünftel. Zudem sind sie ein gutes Mittel gegen Verstopfungen und sorgen für eine gesunde Darmflora.

Das in Tomaten reichlich vorhandene Lycopin gehört zu den Carotinoiden und ist für die rote Farbe verantwortlich.  Es verhält sich im Körper antioxidativ und kann im Zusammenspiel mit weiteren Inhaltstoffen der Tomate präventiv gegen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und Diabetes wirken.

Vorsicht geboten ist bei grünen, unreifen Früchten. Denn sie enthalten in geringen Mengen das giftige Alkaloid Solanin. Es kann Vergiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen, Halskratzen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Erbrechen sowie Nierenfunktionsstörungen, Beschädigung des Nervensystems und der roten Blutkörperchen hervorrufen. Das Alkaloid wird weder durch Hitze noch durch Verdauungsenzyme zerstört. Ab einer Dosis von 25 mg/kg Körpergewicht (KG) wirkt Solanin giftig, ab 400 mg/kg KG tödlich. Harte grüne unreife Tomaten enthalten 9-32 mg Solanin pro 100g, aber reife Früchte sind nahezu frei davon. Denn mit zunehmender Reife wird das Solanin abgebaut. Jedoch enthalten auch bei reifen Tomaten die grünen Stielansätze Solanin. Deshalb sollten diese nicht mitgegessen werden.

Haltbarmachung

Im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsesorten dürfen Tomaten nicht im Kühlschrank gelagert werden, da es sonst zu Kälteschäden (Aromaverlust, glasiges Fruchtfleisch) kommt. Bei Raumtemperatur halten sich Tomaten etwa zwei Wochen. Sie sollten aber nicht neben anderen Obst- und Gemüsesorten gelagert werden, denn das von den Tomaten ausgestoßene Ethylen-Gas (Ethen) bewirkt bei anderen Früchten und Gemüse eine schnellere Reifung und dementsprechend auch einen schnelleren Verderb.

Wenn die Tomaten noch nicht ganz reif sein sollten, bietet es sich an sie neben anderen Ethylen produzierenden Obst und Gemüse (Äpfel, Bananen Birnen, etc.) zu legen. Tomaten werden ebenso davon beeinflusst und reifen schneller nach.

Die Tomate in Zahlen

  • Die Gesamterntemenge in Gewächshäusern im Jahr 2021 beläuft sich auf etwa 101.765 Tonnen. Mit ca. 10.420 Tonnen Tomaten beträgt der ökologische Anteil an der Erntemenge in Gewächshäusern um die 10,2%.
  • Angebaut wurden die deutschen Tomaten 2021 in Gewächshäusern auf einer Gesamtfläche von ca. 399,42 Hektar. Der ökologische Anteil macht hiervon etwa 74,3 Hektar aus.

Funfact

Die Redensart „Du treulose Tomate“ geht auf den 1. Weltkrieg zurück, wo die Italiener 1915 die Seiten gewechselt haben und ein Gegner Deutschlands wurden. Tomaten werden mit Italien verbunden, da diese zu der Zeit schon viel dort angebaut wurden. In Deutschland hingegen nur selten, weil Tomaten dort eher schlecht wuchsen und es zu vielen Rückschlägen im Anbau kam. So wurden die treulosen, Tomaten essenden Italiener mit den unzuverlässig wachsenden Tomaten gleichgesetzt.

Saison

Juli bis Oktober

Lagerung

Bei Raumtemperatur ca. zwei Wochen
Nicht im Kühlschrank

Nährwerte pro 100 g

Energie: 19 kcal/ 79 kJ
Wasser: 94 g
Kohlenhydrate: 3 g
davon 2 g Zucker
Fett: Spuren
Eiweiß: 1 g
Ballaststoffe: 1,0 g

Nennenswerte Vitamine:

Vitamin C: 20 mg
Vitamin E : 0,8 mg
Beta-Carotin: 590 µg
Folat: 20 µg

Nennenswerte Mineralstoffe:

Kalium: 235 mg
Magnesium: 10 mg
Eisen: 0,5 mg

Rezepte