November: Haselnuss

Die Gemeine Hasel (Corylus avellana) trägt als kleiner Baum bzw. Strauch die für uns bekannten runden Haselnüsse, die Zellernüsse. Sie ist in Mitteleuropa weit verbreitet und der Strauch kann etwa 100 Jahre alt werden. Neben den runden Zellernüssen der Gemeinen Hasel gibt es auch länglichere Lambertsnüsse von der Lambertshasel (Corylus maxima). Die Früchte der Haselnusssträucher zählen zum Schalenobst.

Herkunft

Die Hasel stammt vermutlich aus der Türkei, nahe des Schwarzen Meers, von wo aus sie dann nach Griechenland und Rom gebracht wurde. Die Haselnuss wurde erst im 17. Jahrhundert in größerem Maße kultiviert.

Noch heute wird die Haselnuss in großen Mengen in der Türkei angebaut und von dort aus nach Deutschland importiert.
Auch wenn die Haselnuss in Deutschland kaum für Vermarktungszwecke angebaut wird, kann sie in jedem Bundesland auf geeigneten Standorten mit viel Sonnenlicht wachsen. So findet man die Hasel häufig bei Hecken, am Waldrand, in Gärten oder Parks.

Gesundheitliche Aspekte

Haselnüsse enthalten viele wertvolle ungesättigte Fettsäuren und das fettlösliche Vitamin E in nennenswerten Mengen. Auch der Proteingehalt von 14 g und Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Magnesium, Eisen sowie Zink machen die Nuss zu einem reichhaltigen Lebensmittel. Der Ballaststoffgehalt von 8,2 g pro 100 g kann zudem einen positiven Einfluss auf Magen und Darm haben.

Die Hasel gehört zur Familie der Birkengewächse, weshalb Birkenpollenallergiker durch Kreuzallergien oft auch auf die Haselnuss reagieren. Zu den Symptomen einer Allergie gehören Halskratzen, Juckreiz am ganzen Körper, bis hin zu lebensbedrohlicher Atemnot.

Doch beim Verzehr der Nüsse ist, wie bei den Walnüssen, auch aus einem weiteren Grund Vorsicht geboten: Haselnüsse können von unsichtbaren Giften (Aflatoxine) bestimmter Schimmelpilze betroffen sein. Sie sind gesundheitsschädlich und können die Entstehung von Krebs begünstigen, Nieren und Leber schädigen, das Immunsystem beeinträchtigen oder akuten Durchfall oder Erbrechen verursachen. Daher ist vor allem eine trockene Lagerung wichtig, um der Bildung von Schimmelpilzen vorzubeugen.

Haltbarmachung

Die Nüsse sollten stets kühl, dunkel und trocken gelagert und vor Sauerstoff geschützt werden. Besonders zerkleinerte Nüsse sollten innerhalb eines Monats verbraucht und bis dahin dicht verpackt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Da Nüsse leicht Gerüche aus der Umgebung annehmen, eignet sich zur Aufbewahrung beispielsweise eine fest verschließbare Dose.
Geschälte Nüsse eignen sich zudem zum Einfrieren und können bei – 18°C bis zu einem Jahr gelagert werden.

Die Haselnuss in Zahlen

  • Die Türkei produziert mit großem Abstand die höchste Menge an Haselnüssen weltweit (694 000 Tonnen 2021).
  • Haselnüsse gehören in Deutschland zu den häufigsten Auslösern von nahrungsmittelinduzierten Anaphylaxien, also lebensgefährlichen allergischen Reaktionen. Im Jahr 2019 wurden bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren rund 8 % der Nahrungsmittel-induzierten Anaphylaxien durch den Verzehr von Haselnüssen ausgelöst.
  • Auch wenn der Anteil an Baumosbstbetrieben, die Haselnüsse in Deutschland anbauen, verhältnismäßig gering ist, werden dafür 57,8 % ökologisch erzeugt.

Funfact

Nicht nur die Nüsse der Hasel, sondern auch die Blätter sind essbar. Die frischen Blätter lassen sich beispielsweise in einen Salat integrieren und bringen ein herbes nussiges Aroma mit. Zudem kann man ihre in heißem Wasser blanchierten Blätter mit Gemüse und Reis füllen.
Ältere Blätter sind nicht mehr geeignet, um sie frisch zu verzehren. Sie können allerdings getrocknet werden und lassen sich dann für einen Tee verwenden.

Saison

September bis November
einige Monate lagerfähig

Lagerung

kühl, dunkel, trocken und luftdicht verpackt

Nährwerte pro 100 g

Energie: 666 kcal/ 2786 kJ
Proteine: 14 g
Kohlenhydrate: 6 g,
davon 1 g Zucker
Fett: 63 g,
davon 5 g gesättigt

Nennenswerte Vitamine:

Vitamin E: 26 g
Folat: 70 μg

Nennenswerte Mineralstoffe:

Calcium: 225 mg
Eisen: 3,8 mg
Kalium: 635 mg
Magnesium: 155 mg
Phosphor: 330 mg
Zink: 1,9 mg

Rezepte