Dezember: Die Quitte
Quitten (Cydonia oblonga) zählen wie Äpfel und Birnen ebenfalls zum Kernobst und gehören zur Familie der Rosengewächse. Sie werden grundlegend in zwei Gruppen aufgeteilt: längliche Birnenquitten mit weichem Fruchtfleisch und wenigen Steinzellen und runde Apfelquitten mit trockenem, hartem, aber sehr aromatischem Fruchtfleisch. Dabei ist zu bemerken, dass diese Sorten nicht in näherer Verbindung mit der Birne oder dem Apfel stehen, sondern lediglich ihre Form an diese erinnert. Weltweit sollen mehr als 1000 Quittensorten dokumentiert sein.
Herkunft
Die Quitte stammt aus Kleinasien, von wo aus sie sich in den Nahen, Mittleren und Fernen Osten sowie nach Südeuropa verbreitete. Vor etwa 2 000 Jahren gelangte sie dann nach Rom und somit nach Europa. Der griechische Dichter Alkmán bezeichnete die Quitte um 650 v. Chr. als „kodýmalon“, also als apfelartige Frucht. Die Griechen bezogen diesen Namen fälschlicherweise auf die kretische Stadt „Kydonía“ (jetzt Kanae). So entwickelte sich über Umwege die botanische Bezeichnung „Cydonia“ und somit unser Begriff „Quitte“.
Die heutige deutsche Produktion von Quitten ist verhältnismäßig gering und wird vor allem durch Importe aus der Türkei, Spanien, den Niederlanden und Österreich ergänzt. Allerdings lässt sich dieses Kernobst problemlos in dem eigenen Hausgarten anbauen. Sie ist aufgrund ihres strauchartigen Wachstums und einer Höhe von nur 3 bis 4 Metern auch gut für kleinere Gärten geeignet.
Die Früchte werden im Herbst geerntet, wenn sich die Schale von grün zu gelb verfärbt und sie einen angenehmen Duft absondert. Sie sollten spätestens vor dem ersten Frost geerntet werden, indem sie von den Zweigen abgedreht werden.
Gesundheitliche Aspekte
Quitten besitzen mit 5,9 g einen hohen Ballaststoffgehalt. Ein besonders hervorzuhebender Anteil davon ist der Pektingehalt. Pektine sind lösliche Ballaststoffe und können viel Wasser binden. Daher sind sie nicht nur für die Geleeherstellung gut geeignet, sondern fördern auch die Verdauung und helfen bei der Vermehrung von günstigen Darmbakterien.
Darüber hinaus enthalten Quitten mehr Kalium als Birnen oder Äpfel und unterstützen somit die Funktion von Nerven, Herz und Muskeln.
Haltbarmachung
Quitten sollten am besten an einem kühlen, luftigen Ort gelagert werden. Zur längeren Aufbewahrung eignet sich eine Unterlage aus Papierschnipseln, Stroh oder Holzwolle. So können sie nach der Ernte im Herbst bis zu mehrere Monate, bis in den März oder April hinein gelagert werden.
Die Quitte wird durch ihren hohen Pektingehalt besonders häufig für die Geleeherstellung verwendet und lässt sich somit konservieren. Dies macht auch deswegen Sinn, da die Früchte der meisten Quittensorten roh ungenießbar sind und sich ihr Aroma erst durch Erhitzung entfaltet.
Die Quitte in Zahlen
- Der typische feine Duft reifer Quitten wird durch 150 Aromastoffe hervorgerufen.
- Auch wenn der Anteil an Baumobstbetrieben, die Quitten anbauen, verhältnismäßig gering ist, wird dafür ein besonders hoher Anteil (54,6 %) davon ökologisch erzeugt.
Funfact
Der portugiesische Begriff „marmelo“ ist die Übersetzung für Quitte und weist somit auf die Nutzung der Quitte mit Pektin als natürliches Geliermittel hin. Denn Geliermittel wird auch als Bindemittel für Marmelade verwendet.
Saison
Oktober bis Dezember
Lagerung
kühl und luftig
Nährwerte pro 100 g
Energie: 50 kcal / 208 kJ
Proteine: in Spuren
Kohlenhydrate: 7 g,
davon 7 g Zucker
Fett: in Spuren,
davon in Spuren gesättigt
Nennenswerte Vitamine:
Vitamin C: 15 mg
Folat: 8 μg
Nennenswerte Mineralstoffe:
Eisen: 0,6 mg
Kalium: 185 mg
Rezepte
Rezept: Quittengelee